Ob als charismatischer Dirigent seiner Werke (Water Concerto, Paper Concerto, Water Passion), ob als übersprudelnder Gesprächspartner im Musikfest-Café, ob als hochinteressierter Besucher eines Frühtau-Konzerts oder als Initiator neuer Projektideen – Tan Dun war ein Artist in Residence, wie man ihn sich nur wünschen kann: omnipräsent, charmant, didaktisch klug, ungeheuer konzentriert bei der Arbeit und überschäumend in seiner Freude über alles Gelungene. Es soll Gächinger gegeben haben, die sich das erste Autogramm ihres künstlerischen Daseins geben ließen. Schönste Belohnung für Tan Dun und alle Anwesenden vor und auf der Bühne: Ein jubelnder Beethoven-Saal zum Musikfest-Finale.
Beethoven-Saal, Abschlusskonzert
»Die Klangwelt ist fein, oft still, entspannt, sie setzt vor allem nicht auf Überwältigung, nicht mal dann, wenn Paukendonner und Blechgetöse das Erdbeben markiert, das die Erde nach dem Tod Jesu heimsucht. [...] Was in diesem Werk berührt, ist weniger die Schilderung des Leidens Jesu, sondern die zerbrechliche und geheimnisvolle Klangwelt des Wassers, die Stimme der Natur, die einen mystischen Gegenpol darstellt zu den dramatischen Ereignissen. Das macht die eigenartige Faszination der Water Passion aus.« (Esslinger Zeitung)
Fotos: Holger Schneider