Wer ein Festival über das Wasser plant, für den ist Tan Dun der geborene Artist in Residence. Kein anderer Komponist hat sich so intensiv mit den Klangmöglichkeiten des Wassers beschäftigt. Die »Water Passion« des Jahres 2000, ein Auftragswerk der Internationalen Bachakademie, markiert den Höhepunkt dieser Auseinandersetzung, aber auch das »Water Concerto« und die »Ghost Opera« erforschen die Klänge des nassen Elements.
Für den in China geborenen, in New York lebenden Tan Dun, Jahrgang 1957, ist das Wasser eine von mehreren Möglichkeiten, mit »organischen« Mitteln Musik zu machen. Auch Papier, Steine und Ton inspirieren den Komponisten zu faszinierenden Werken, die eine eigentümliche geistliche Qualität besitzen. Tan Dun ist ein Grenzgänger zwischen asiatischer und westlicher Kultur, zwischen den archaischen und spirituellen Traditionen seiner Heimat und den avantgardistischen und experimentellen Tendenzen westlicher Musik. Mühelos verbindet er westliche Orchester- und Kammermusikbesetzungen mit östlichem Instrumentarium, aber auch die klassische Musik mit den neuen Medien. Er schreibt Filmmusiken, mischt die Traditionen von Peking Oper, westlicher Oper und Puppentheater und verfasste eine »Internet Symphony« im Auftrag von Google und YouTube. Kleinere Werke in klassischen Besetzungen ergänzen sein ungewöhnliches Schaffensspektrum. Zwei Wochen lang wird Tan Dun Gast des Musikfests sein, eigene Werke dirigieren und Auskunft über sein Denken und Komponieren geben. In Konzerten und MusikfestCafés stellt das Musikfest einen wahrhaft globalen Künstler vor.